Mit einem feierlichen Gottesdienst im Radolfzeller Münster hat Ende Januar 2026 ein neuer Abschnitt kirchlichen Lebens begonnen: Die römisch-katholische Kirchengemeinde Bodensee-Hegau ist offiziell ins Leben gerufen worden. Zum Jahresbeginn haben sich sechs bislang eigenständige Seelsorgeeinheiten – Höri, Radolfzell, See-End, Krebsbachtal/Hegau, Stockach und Hohenfels – zu einer gemeinsamen Pfarrei St. Zeno Radolfzell zusammengeschlossen.
Die Eucharistiefeier wurde von Generalvikar Christoph Neubrand geleitet, der im Auftrag der Diözesanleitung den Zusammenschluss begleitete und die neue Kirchengemeinde segnete. In einem feierlichen Akt führte er die Verantwortlichen in ihre neuen Aufgaben ein. Mit der Investitur von Heinz Vogel als leitendem Pfarrer sowie der Einführung des gesamten Leitungsteams erhielt die neue Pfarrei ihr sichtbares organisatorisches und geistliches Fundament. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Ekkehard Baumgartner, dem Pfarreiökonomen Gerold Bayer, dessen Stellvertreter Benjamin Sorg und dem Leitenden Referenten Ralph Haas trägt Heinz Vogel künftig die Verantwortung für die große neue Kirchengemeinde.
In ihrer Begrüßung machten die Pfarreiratsvorsitzenden Ute Teige und Günter Schmidt deutlich, dass dieser Zusammenschluss weit über eine strukturelle Neuordnung hinausgeht. Der Neubeginn stehe für ein Kirchenbild, das auf Zusammenarbeit, Vielfalt und gemeinsames Verantworten setze. Diese Offenheit spiegelte sich auch in der großen Zahl der Mitfeiernden wider: Vertreterinnen und Vertreter aus Ökumene, Politik, Caritas, Sozialstationen, Jugendverbänden, Musik, Gemeindeteams und Verwaltung füllten das Münster und machten die enge Verbindung von Kirche und Gesellschaft in der Region sichtbar.
Ein besonderer Höhepunkt der Feier war das gemeinsame Bekenntnis aus der Gründungsvereinbarung der neuen Pfarrei. Darin verband sich der Rückblick auf die langen Glaubenswege der einzelnen Gemeinden mit dem Anspruch, auch heute aufmerksam nach den oft unscheinbaren Spuren Gottes im Alltag zu suchen. Pfarrer Heinz Vogel unterstrich dieses Selbstverständnis mit seinem persönlichen Versprechen, die Pfarrei verantwortungsvoll, gewissenhaft und im Vertrauen auf Gottes Beistand zu leiten.
Musikalisch wurde der Gottesdienst festlich und zugleich zeitgemäß gestaltet. Der Münsterchor sowie die Kirchenmusiker Víctor Rodríguez, Zeno Bianchini und Uli Hart prägten die Liturgie ebenso wie die Gruppe „Music of Hope“ aus dem Raum Stockach. Die moderne und liturgisch sensible musikalische Begleitung führte Tradition und heutige Glaubenswirklichkeit eindrucksvoll zusammen.
Die neue Pfarrei St. Zeno Radolfzell steht für einen kirchlichen Weg, der kleinräumig in den einzelnen Gemeinden verwurzelt bleibt, zugleich großräumig über Ortsgrenzen hinaus denkt und bewusst vernetzt handelt. In einer Zeit tiefgreifender Veränderungen will sie Vielfalt nicht einebnen, sondern als Stärke begreifen. Aus dem gemeinsamen Unterwegssein von Menschen mit unterschiedlichen Prägungen und Erfahrungen soll neue Kraft erwachsen – für einen lebendigen Glauben, tragfähige Gemeinschaften und ein verantwortungsvolles Engagement in Kirche und Gesellschaft.
















