Lokales Projekt „Bodensee-Hegau“

 
Die neue Pfarrei im östlichen Hegau entsteht zum Jahreswechsel 2025/2026 nicht „über Nacht“. 
 
Zur Vorbereitung wurde in jeder der 36 künftigen Pfarreien ein lokales Teilprojekt der Kirchenentwicklung gestartet, nachdem im Herbst 2021 für das Erzbistum feststand, wie viele neue Pfarreien es künftig geben soll und wie sie zugeschnitten sein sollen. 
 
Im Zentrum steht jeweils eine lebendige Glaubensgemeinschaft vor Ort und die damit verbundene Entwicklung der neuen Pfarreien, Würdigen von Bewährtem, Experimentieren und konkretes Ausprobieren von Neuem. 
  • Wie können Menschen in veränderter Zeit mit der Frohen Botschaft in Berührung kommen?
  • Wie können wir kirchliche Angebote stärker von den Adressaten her denken?
  • Wie müssen wir uns dazu personell und organisatorisch aufstellen? 
 
In jedem der 36 Projekte gibt es zwei lokale Projektkoordinator/innen, die aus der jeweiligen Region kommen und diese gut kennen. Gemeinsam mit einer repräsentativ besetzten lokalen Projektleitung sowie zahlreichen weiteren Engagierten steuern, koordinieren und begleiten sie die Bildung der neuen Pfarreien. 
 
Da die Bedürfnisse und Ausgangslagen vielfältig sind, etwa zwischen städtischen und ländlichen Regionen, verlaufen die lokalen Prozesse unterschiedlich. Aus diesem Grund wird die Kirche der Zukunft mit ihrer Vielfalt an Aktivitäten, Orten und lokalen Gegebenheiten auch keinesfalls überall gleich aussehen. 
 
Die lokale Projektleitung besteht aus Personen aus allen sechs Seelsorgeeinheiten und aus weiteren pastoralen Bereichen. Sie identifiziert zentrale Inhalte und sucht notwendige Strukturen für die zukünftige Zusammenarbeit. 
 
Die Projektleitung richtete zu verschiedenen konkreten Themen Arbeitsgruppen ein. Diese erarbeiten Vorschläge, die dann über die Projektleitung an die Entscheidungsgremien weitergegeben werden. Jede und jeder kann sich in eine Arbeitsgruppe einbringen. 
 
Unsere beiden lokalen Projektkoordinatoren schieben die lokalen Prozesse an, koordinieren und begleiten sie. 
 
Die neue Pfarrei entsteht formal zum 1. Januar 2026. Jedoch sind schon im Vorfeld viele Fragen zu klären, Vorschläge zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. 
Den hierfür verbindlichen Rahmen gibt das „Vorfeld-Entscheidungen-Gesetz“ der Erzdiözese Freiburg vor. Dort ist geregelt, dass sich bis Sommer 2023 zwei neue, zentrale Gremien konstituieren: 
Die Vollversammlungen sind bis zur Errichtung der neuen Pfarrei 2026 zentrale Gremien. Sie bestehen aus allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte bzw. Stiftungsräte der sechs bisherigen Kirchengemeinden.
 
Am 30. Juni  2023 sind die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte bzw. Stiftungsräte der sechs bisherigen Kirchengemeinden zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammengekommen. 
Die Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte hat einen gemeinsamen Vorstand gewählt und erste Entscheidungen getroffen: 
 
Als Vorsitzender wurde Hermann Schwörer aus der SE Höri gewählt, als stellvertretender Vorsitzender Jürgen Brecht aus der SE Stockach. Kraft Amtes gehört zum Vorstand ein Priester; dies ist Heinz Vogel als designierter Leiter der neuen Pfarrei. 
 
Folgende Entscheidungen wurden getroffen und als Vorschlag an Erzbischof Stephan Burger übermittelt, der diese inzwischen angenommen und entsprechend festgelegt hat:
  • Der Sitz der künftigen Pfarrei soll in Radolfzell am Bodensee sein.
  • Patron der neuen Pfarrei soll der Heilige Zeno sein, Pfarrkirche das Radolfzeller Münster sein. Zeno war der Patron des ehemaligen Chorherrenstifts am Münster in Radolfzell.
  • Der Name der künftigen Kirchengemeinde soll „Bodensee-Hegau“ lauten.
 
Im Herbst 2024 wurden viele Meilensteine erreicht: 
 
Die Gründungsvereinbarung für unsere künftige Kirchengemeinde Bodensee-Hegau / Pfarrei St. Zeno Radolfzell wurde durch die Vollversammlung der Pfarrgemeinderäte am 13. November 2024 beschlossen. 
Sie wird dem Erzbischöflichen Ordinariat zur Prüfung, Rückmeldung und Genehmigung vorgelegt. Die Rückmeldung sowie die Genehmigung zur Organisation erfolgen bis Ende 2024.
Die genehmigte Gründungsvereinbarung ist dann die verbindliche Grundlage für die Vorbereitung der neuen Pfarrei.
Sie beschreibt das Profil der neuen Pfarrei mit Blick auf die Diözesanstrategie sowie die organisatorischen Entscheidungen zu den Grundaufgaben der Pfarrei. Sie fasst die Ergebnisse und Entscheidungen für die neue Pfarrei / Kirchengemeinde aus der Projektphase zusammen.Sie hat Scharnierfunktion zwischen der Projektphase und der Errichtung der neuen Pfarrei.
Ab 2027 werden die getroffenen Entscheidungen und Ergebnisse überprüft und weiterentwickelt.
 
Mit der Bekanntgabe weiterer Leitungspersonen der künftigen Pfarreien ist das Leitungsteam der künftigen Pfarrei komplett: 
  • Heinz Vogel, Pfarrer
  • Ekkehard Baumgartner, Stellvertretender Pfarrer 
  • Gerold Bayer, Pfarreiökonom 
  • Ralph Haas, Leitender Referent
Gemäß Kirchenrecht obliegt dem Pfarrer die Leitung einer Pfarrei, wobei er mit seinem Amt verbundene Aufgaben delegieren kann. So wurden im Zuge des Zukunftsprozesses Kirchenentwicklung 2030 zusätzliche Funktionsstellen geschaffen, an die der Pfarrer künftig differenzierte Leitungsaufgaben übergeben wird. Damit einher geht ein neues Verständnis von Leitung im Team, das aus den genannten vier Personen besteht. Mit diesem Prinzip sollen in den künftigen Räumen unter anderem die pastorale Vielfalt, Kreativität und Handlungsspielräume gefördert werden.
 
 
Die Gestalt der künftigen Pfarrei wird schrittweise, systematisch und nachhaltig konkretisiert. Bei der tatsächlichen Umsetzung erlaubt ein Minimum an diözesanen Regelungen Freiräume vor Ort, um den Rahmen entsprechend lokaler Besonderheiten auszugestalten. 
So kann der Übergang zum Neuen von den lokalen Akteuren in der zukünftigen Pfarrei kommuniziert, reflektiert, geklärt und vereinbart werden. Nicht zuletzt geht es in dieser Phase auch darum, zu experimentieren und Neues auszuprobieren. 
Als Netzwerk umfasst die neue Pfarrei das gesamte kirchliche Leben in seiner ganzen Vielfalt. Ab 2026 wird das neue Miteinander eingeübt, erprobt und im weiteren Verlauf immer wieder angepasst und verbessert werden.
 
„Östlicher Hegau“ wurde „Bodensee-Hegau“
Die neue Kirchengemeinde wird „Bodensee-Hegau“ heißen.
Den vorläufigen Projektnamen „Östlicher Hegau“ bzw. „Hegau-Ost“ ersetzen wir nach und nach durch „Bodensee-Hegau“. Das Gebiet der neuen Kirchengemeinde entspricht dem des früheren Dekanats Östlicher Hegau. Erkunden Sie es: Schon gewusst?
 
Das Projekt setzt auf eine möglichst umfassende Beteiligung: Alle, denen Kirche am Herzen liegt, werden gebraucht und sind eingeladen, sich einzubringen. Melden Sie sich!